FORUM ST. PETER in Oldenburg
Gedanken zur Woche

21.1.2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Evangelientexte an den Sonntagen in diesem Jahr sind gemäß der Leseordnung der Kirche alle dem Markusevangelium entnommen (eine Ausnahme bilden die besonders geprägten Sonntage in der Fasten- und in der Osterzeit). Nach dem Beginn in der Wüste wählt Markus als zweiten Geschehensort das Meer von Galiläa. Der See ist eine Lebensquelle in dieser trockenen und heißen Region. Er bietet den Menschen die Möglichkeit zum Fischfang und zum Ackerbau, und zog somit viele Menschen an, die sich dort ansiedelten. Doch der See ist auch eine Grenze zwischen der griechischen (heidnischen) Dekapolis und dem jüdischen Kernland.

In den sieben Kapiteln, die Jesus sich am Meer von Galiläa aufhält, fällt mir auf, dass Jesus mehrmals über den See hin- und herfährt, und die Uferseiten wechselt.





Darin steckt die frohe Botschaft: Jesus hat keine Berührungsängste. Langgepflegte Vorurteile und Feindschaften interessieren ihn nicht. Diese will er überwinden, und deutlich machen, dass es ihm um das Leben für alle Menschen geht.

Etwas sehr Ungewöhnliches waren Jesu Ansatz und seine Vorgehensweise in der damaligen Zeit. Vielleicht ist das die Erklärung, warum Simon und Andreas, Jakobus und Johannes so fasziniert waren von diesem Jesus und spontan bereit waren, ihre alten Netze liegen zu lassen, um zusammen mit Jesus neue Kontakte zu knüpfen?

Das weckt in mir die Frage: Wo könnte ich alte Grenzen überwinden und neue Kontakte knüpfen?

Viele Grüße aus dem Forum

Michael Rupieper