FORUM ST. PETER in Oldenburg
Kunst & Film

Kirche & Kunst

Kreuzweg-Bilder

Begleittext zu den neu gestalteten Kreuzwegbildern in der Forumskirche St. Peter in Oldenburg
Bilder gemalt von Sr. Heidrun Bauer SDS, Januar 2010
Bildergröße: 6 x 82 x 68 x 4 cm, 1 x 110 x 130 x 4 cm, Acryl-Mischtechnik auf Leinwand, gemalt 2009/2010

Eine doppelte Irritation

Jahrzehntelang hingen die Bilder des Kreuzweges in der hiesigen Kirche unbeweglich an ihrem Platz, in den dafür vorgesehenen Mauernischen. Die Schrittrichtung Jesu war vorgegeben. Sie begann links vorne beim Taufbrunnen und endete bei der Pieta.
Ein vertrautes Bild. So vertraut, dass es kaum mehr bewegte…
Was ist jetzt anders? Woher die Irritation? 
Die in der Kirche vorhandenen Kreuzwegbilder enden in der Rückschau auf die Grablegung Jesu.
Woraus wir, die wir an Christus glauben, leben, ist der Glaube an die Auferstehung. Erst diese Begegnung macht aus furchtsamen Frauen und Männern Apostolinnen und Apostel, die aus der  FROHEN BOTSCHAFT leben und sie verkünden, weil sie von SEINER GEISTESKRAFT durchdrungen und beflügelt werden.
In der Taufe bezeugen wir, dass wir unser Leben auf IHN gründen und zu Jesus gehören wollen.   
Durch das Umhängen der bestehenden Kreuzwegbilder wurde die Schrittrichtung Jesu verändert…. Der Kreuzweg  beginnt nun bei der Pieta. Im Blick auf Maria, die den toten Jesus im Schoß hält, erinnern wir uns gemeinsam mit Jesus was am Ende seines Lebens geschah.
Die Schrittrichtung der neu gestalteten Acrylbilder geht in die genau entgegen gesetzte Richtung. Nicht die Rückschau steht im Vordergrund, sondern der WEG. Wir folgen IHM nach, dem LAMM GOTTES, dem AUFERSTANDENEN. Und das mitten im Alltag. 
Wieder ist uns etwas zugemutet: eine Umkehrbewegung, nämlich: In leidvollen Situationen im Alltag einen Handlungsspielraum zu erahnen, wo die Kraft Gottes spürbar und wirksam wird – durch IHN, mit IHM und in IHM. 
Sechs Kreuzwegstationen stehen exemplarisch für diese Bewegung – hin zu MEHR LEBEN, so paradox das im Angesicht des Kreuzweges klingen mag:

Jesus nimmt das Kreuz auf 

Umgeben von  kraftvollem Orange sagt er JA zum Unabänderlichen, behält er seine göttlich-menschliche Würde, die im hellen Leuchten des Blattgoldes auf weißem Grund sichtbar wird.
Die Dynamik des vorwärts getrieben werden, bestimmt die Szene und ist ausgedrückt in der Strichführung von links unten nach rechts oben. 

… sind wir nicht heute fast alle Getriebene? Sind wir es bewusst oder unbewusst?... schleppen wir uns dahin oder sehen wir auch da drinnen einen Gestaltungsspielraum?

Jesus begegnet seiner Mutter 

Göttlich-tiefes BLAU und die Kraft der LIEBE begegnen einander auf dem WEG. Die Mutter, die sich mit ihrer ganzen Liebe hinein gibt, die IHM ihr Herzblut schenkt, vermag für einen kurzen Moment Trost zu spenden. Zwei, die eine Tiefe verbindet, die jenseits der Worte liegt und wo sich der Schmerz schneidend dazwischen stellt.
Auch hier sichtbar die Dynamik vorwärts getrieben zu werden. Nicht einmal die LIEBE kann sie vorerst auf Dauer stoppen.  

… menschliche Liebe vermag unsere Sehnsucht zu stillen – immer und immer wieder – doch es sind uns auch Wegstrecken zugemutet, wo sie uns entzogen ist.

Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen 

Hoffnungsvolles Grün bestimmt das Bild. Einer, der dazu kommt, wird Teil des Geschehens. Ob er weiß, wer ihm vorangeht? Wem er helfen darf? Wen er entlastet, ja entlasten darf?
Und wieder bestimmt die unbarmherzige Dynamik das Geschehen. Beide Personen sind im Licht. Der eine fällt auf durch einen Akzent in Gold. 

Wir begegnen Menschen auf unserem Weg, die uns zwingen etwas mit zu tragen. Oft sind es genau diese Menschen, die das „Beste“ aus uns hervorlocken… und wir dann die eigentlich Beschenkten sind. Ob wir das dann auch annehmen können?

 

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz 

Braun - die nackte Erde. Es ist zuviel, am Ende der Kraft, wie lange dauert es noch?  Es ist eine Versuchung liegen bleiben zu wollen – auch für Jesus. 

Die drückende Last ist zu schwer, keiner hilft mehr. Nur im Blick auf Jesus kann es ein erneutes Aufstehen geben.

 

 

Jesus wird seiner Kleider beraubt 

In der vorwärts strebenden Dynamik auch das noch. Die letzte menschliche Würde wird IHM genommen. Nackt, ausgeliefert den gierigen Blicken. Das pure Fleisch in blassen Farben.
Das was IHN wirklich ausmacht, ist innen und unzerstörbar. 

Äußerlich scheint es vorbei mit der menschlichen Würde.
Im Innersten leuchtet ein unzerstörbares Licht.

 

Jesus wird ins Grab gelegt 

Das was bleibt, schimmert verhalten durch das Dunkel. Es ist aus. Vordergründig. 

Perfekt: Abgeschlossen, es kommt etwas zum Stillstand, bewegt sich nicht mehr, atmet nicht mehr, ist tot. Aus.

 

Auferstehung 

ER, der Auferstandene tritt ein in den Kosmos. Durch seine Auferstehung verändert ER die Schöpfung. Nichts ist mehr so wie es war.
Im Augenblick SEINES Erscheinens ist noch etwas spürbar von dem was war, was IHM angetan wurde. Doch ER trägt nichts nach, ist nur DER, DER ER immer war, SOHN des VATERS, fleischgewordenes WORT…. die BEGEGNUNG mit IHM wirft Fragen auf. Vordergründige Antworten bleiben aus. Im vielschichtigen Weiß-Gelb-Rosa-Gold schwingt Vieles mit… und es braucht Zeit zum Schauen, zur Begegnung. 

Nachzulesen im Evangelium nach Johannes 20,19-23:
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

FORUM und Film: FILMFORUM

Das Leben ist immer mehr, als man verdienen und bezahlen kann. Es ist unbezahlbar. Aller Kaufkraft zum Trotz leben wir letztlich von dem, was wir nicht kaufen können, vom Unbezahlbaren.

In Kooperation mit dem Casablanca-Kino werden anspruchsvolle Filme gezeigt, die den Sinn für das „Unbezahlbare“ wachhalten wollen, um das Beste im Leben nicht zu verpassen.

Vor Vorstellungsbeginn wird durch die Seelsorger in die Filme kurz eingeführt; im Anschluss an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit zum Gespräch.

In Kooperation mit Stadtkirchenarbeit an der Ev.-luth. Lambertikirche und dem Casablanca Kino

Montag, 14.8.2017 | 20 Uhr | Casablanca Kino
Hidden Figures - Unbekannte Heldinnen
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Montag, 11.9.2017| 20 Uhr | Casablanca Kino
Halt auf freier Strecke
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Montag, 9.10.2017 | 20 Uhr | Casablanca Kino
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Montag, 13.11.2017 | 20 Uhr | Casablanca Kino
1917 - Der wahre Oktober
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